Albträume bei Kindern: Was Eltern nachts tun können

Dein Kind wacht nachts weinend auf? Erfahre, was nach einem Albtraum hilft, warum Trost so wichtig ist und wie sich Albträume vom Nachtschreck unterscheiden.

Jana Wappler | Echofrei

11/2/202612 min read

kleiner Junge ängstlich im Bett, seine Mama streichelt ihn
kleiner Junge ängstlich im Bett, seine Mama streichelt ihn

Albträume bei Kindern: Wenn die Angst auch nach dem Aufwachen bleibt

„Mama, ich habe schon wieder schlecht geträumt.“

Dein Kind steht nachts neben deinem Bett, weint oder möchte auf keinen Fall mehr allein schlafen. Du nimmst es in den Arm, beruhigst es und erklärst ihm, dass alles nur ein Traum war. Irgendwann schläft es wieder ein. Doch am nächsten Abend beginnt das Gleiche von vorn. Dein Kind möchte nicht ins Bett, fragt ständig, ob du auch wirklich in der Nähe bleibst, oder bekommt schon beim Gedanken ans Einschlafen Angst.

Natürlich kannst du dein Kind jedes Mal trösten. Aber irgendwann fragst du dich vielleicht: Warum hat mein Kind solche Angst, obwohl es doch weiß, dass ihm nichts passieren kann? Und wie kann ich ihm helfen, damit diese Angst gar nicht erst immer wieder entsteht?

Genau diese Frage finde ich besonders wichtig. Denn manchmal geht es nicht mehr nur darum, ein Kind nach einem schlechten Traum zu beruhigen. Manchmal hat sich bereits eine Verbindung entwickelt: Schlafengehen bedeutet Angst. Allein im Zimmer sein bedeutet Unsicherheit. Und selbst wenn das Kind längst verstanden hat, dass Monster nicht wirklich existieren, reagiert es trotzdem mit Herzklopfen, Tränen oder Bauchschmerzen.

In meiner Arbeit bei ECHOFREI beschäftige ich mich genau mit solchen automatischen emotionalen Reaktionen. Auch bei Kindern kann es sinnvoll sein, nicht nur darüber zu sprechen, wovor sie Angst haben, sondern ihnen zu helfen, neue, sichere Erfahrungen mit der gefürchteten Situation zu machen. Dafür nutze ich altersgerechte Methoden, unter anderem Hypnose, innere Bilder und Fantasiegeschichten. Bei ausgeprägten oder anhaltenden Ängsten ist vorher eine fachliche Abklärung wichtig. Informationen zur Kinderhypnose findest du hier.

Warum die Angst nicht einfach verschwindet, obwohl dein Kind weiß, dass es nur ein Traum war

Stell dir vor, dein Kind träumt mehrmals hintereinander, dass ein Einbrecher ins Haus kommt. Jedes Mal wacht es erschrocken auf, das Herz klopft und es möchte sofort zu dir. Du erklärst ihm, dass die Türen abgeschlossen sind und niemand ins Haus kommen kann. Dein Kind versteht das sogar. Trotzdem möchte es am nächsten Abend nicht allein schlafen. Warum?

Weil unser Gehirn nicht ausschließlich danach reagiert, was wir bewusst wissen. Es lernt auch durch Erfahrungen und Verknüpfungen. Wenn das Einschlafen wiederholt mit Angst verbunden ist, kann irgendwann schon der Gedanke an die Nacht ausreichen, um diese Angst auszulösen. Dann ist nicht unbedingt der Albtraum selbst das größte Problem. Sondern die Angst davor, dass er wiederkommen könnte.

Und genau hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Denn wenn sich eine solche Reaktion entwickelt hat, reicht es manchmal nicht mehr, dem Kind immer wieder zu erklären, dass es keine Angst haben muss.

Warum Kinder überhaupt Albträume haben

Albträume sind bei Kindern nichts Ungewöhnliches. Gerade im Kindergarten- und Grundschulalter entwickeln sich Fantasie, Vorstellungskraft und die Fähigkeit, Erlebnisse emotional einzuordnen, ständig weiter. Kinder erleben jeden Tag viele neue Dinge. Sie streiten sich mit Freunden, entdecken etwas Aufregendes, haben vielleicht Angst vor einer Klassenarbeit oder sehen einen Film, der sie stärker beschäftigt, als Erwachsene vermuten würden.

Solche Eindrücke können auch im Schlaf eine Rolle spielen. Allerdings lässt sich aus einem Albtraum nicht zuverlässig ablesen, was ein Kind erlebt hat oder welche unbewussten Themen dahinterstecken. Manchmal gibt es einen erkennbaren Zusammenhang mit dem Alltag. Manchmal auch nicht. Wichtig ist: Ein Albtraum bedeutet nicht automatisch, dass etwas Schlimmes passiert ist oder dass dein Kind ein psychisches Problem hat. Die meisten Kinder haben gelegentlich Albträume, ohne dass daraus längerfristige Schwierigkeiten entstehen.

Wenn man sich manchmal die Gedanken der Alpträume anhört, zb bei einer meiner Klientin, 7J. alt, die sich extrem gefürchtet hat weil alles um sie herum riesengross war und sie ganz klein, merken wir, dass das für uns als Eltern sicher überhaupt nicht gruselig ist. Aber Kinder sehen die Dinge oft auch ganz anders als wir.

Was passiert eigentlich im Körper, wenn ein Kind Angst hat?

Vielleicht hast du selbst schon einmal etwas Schlimmes geträumt und bist mit klopfendem Herzen aufgewacht. Obwohl du sofort wusstest, dass du sicher in deinem Bett liegst, hat es eine Weile gedauert, bis du wieder ruhig warst. Bei Kindern ist das ähnlich. Wenn wir Angst erleben, können verschiedene körperliche Stressreaktionen einsetzen. Der Herzschlag beschleunigt sich, die Muskeln spannen sich an und die Atmung verändert sich. Manche Kinder zittern, schwitzen oder bekommen Bauchschmerzen.

Diese Reaktionen können auftreten, obwohl objektiv keine Gefahr mehr besteht. Unser Gehirn verarbeitet schließlich nicht nur die tatsächliche Situation, sondern auch unsere Erwartungen und die Bedeutung, die wir ihr geben. Deshalb kann ein Kind durchaus wissen, dass der Traum nicht echt war, und trotzdem noch Angst haben. Das erklärt auch, warum gut gemeinte Sätze wie „Du brauchst doch keine Angst zu haben“ oder „Es war doch nur ein Traum“ nicht immer ausreichen. Denn die Angst verschwindet nicht automatisch, nur weil wir verstanden haben, dass sie eigentlich unbegründet ist. Und das geht übrigens auch erwachsenen Menschen ähnlich, man denke nur an Spinnenangst, sie sind klein und 1m weg, sie tun einem nichts, aber das ist demjenigen der die Angst hat komplett egal.

Was Kinder aus solchen Situationen lernen können

Kinder lernen den Umgang mit Gefühlen nicht nur durch Erklärungen. Sie lernen auch durch das, was sie erleben. Wenn ein Kind nachts Angst hat und ein Elternteil zu ihm kommt, ruhig mit ihm spricht oder es in den Arm nimmt, kann es erfahren: Ich bin nicht allein. Jemand hilft mir. Und dieses unangenehme Gefühl geht wieder vorbei.

In der Psychologie spricht man dabei von Co-Regulation. Das bedeutet, dass ein Mensch einem anderen hilft, mit starken Gefühlen umzugehen. Gerade jüngere Kinder brauchen diese Unterstützung häufig noch, weil ihre Fähigkeit zur selbstständigen Emotionsregulation erst entwickelt wird. Mit zunehmendem Alter lernen Kinder, sich immer besser selbst zu beruhigen. Dabei können wiederholte Erfahrungen mit verlässlichen Bezugspersonen eine wichtige Rolle spielen. Aber was ist, wenn ein Kind diese Sicherheit in bestimmten Situationen nicht erlebt?

Können Erfahrungen aus der Kindheit spätere Ängste beeinflussen?

In meiner Arbeit mit erwachsenen Klienten begegnet mir immer wieder etwas Interessantes. Menschen kommen beispielsweise zu mir, weil sie in bestimmten Situationen starke Angst empfinden, sich schnell zurückgewiesen fühlen oder plötzlich unsicher werden, obwohl sie rational wissen, dass ihnen nichts passieren kann.

Wenn wir uns mit ihren emotionalen Reaktionen und früheren Erfahrungen beschäftigen, tauchen manchmal Erinnerungen aus der Kindheit auf. Darunter auch Situationen, in denen sie nachts große Angst hatten, geweint haben und niemand zu ihnen gekommen ist. Manche erinnern sich daran, dass sie nicht rufen durften. Andere daran, dass ihre Angst nicht ernst genommen wurde. Wieder andere erzählen, dass sie irgendwann aufgehört haben, um Hilfe zu bitten.

Solche Erfahrungen können für Menschen emotional sehr bedeutsam sein. Daraus lässt sich allerdings nicht automatisch schließen, dass genau diese Erlebnisse ihre heutigen Ängste verursacht haben. Erinnerungen sind keine lückenlosen Aufzeichnungen, und psychische Reaktionen haben häufig mehrere Einflussfaktoren. Was wir aber wissen: Wiederholte Erfahrungen können beeinflussen, welche Erwartungen Menschen entwickeln, wie sie Situationen bewerten und wie sie mit Angst und Unsicherheit umgehen.

Deshalb finde ich es wichtig, dass Eltern verstehen, wie sie ihre Kinder unterstützen können. Nicht, weil sie alles richtig machen müssen, sondern weil Kinder im Umgang mit ihren Gefühlen viel durch die Reaktionen ihrer Bezugspersonen lernen.

Wenn aus einem Albtraum plötzlich Angst vor dem Schlafengehen wird

Ein einzelner Albtraum ist normalerweise kein Problem. Schwieriger kann es werden, wenn sich eine wiederkehrende Angst entwickelt. Ein Kind hat beispielsweise mehrmals schlecht geträumt. Irgendwann beginnt es, sich schon am Abend Gedanken zu machen: „Was ist, wenn ich heute Nacht wieder diesen Traum habe?“ Vielleicht möchte es plötzlich nur noch bei den Eltern schlafen. Vielleicht geht es immer wieder zur Toilette, verlangt noch etwas zu trinken oder findet ständig neue Gründe, warum es noch nicht ins Bett gehen kann.

Das muss nicht bedeuten, dass das Kind absichtlich versucht, das Schlafengehen hinauszuzögern. Möglicherweise möchte es einfach vermeiden, wieder diese unangenehme Angst zu erleben. Und genau dadurch kann ein Kreislauf entstehen. Das Kind denkt ans Schlafengehen und bekommt Angst. Weil es Angst hat, möchte es nicht ins Bett. Wenn es das Schlafengehen vermeidet, fühlt es sich kurzfristig besser. Dadurch kann die Erwartung verstärkt werden, dass das eigene Bett oder das Einschlafen etwas Unangenehmes ist.

Solche Vermeidungsreaktionen kennen wir übrigens auch von Erwachsenen. Wer einmal starke Angst in einer bestimmten Situation erlebt hat, versucht manchmal, diese Situation künftig zu umgehen. Das hilft kurzfristig. Langfristig kann es aber dazu beitragen, dass die Angst bestehen bleibt.

Was du als Elternteil konkret tun kannst

Du musst nicht jede Nacht ein langes Gespräch führen oder besondere Methoden beherrschen. Oft helfen zunächst ganz einfache Dinge.

1. Nimm die Angst ernst, ohne sie größer zu machen

Wenn dein Kind weinend aufwacht, geh ruhig zu ihm. Zeige ihm, dass du da bist und dass es jetzt sicher ist. Statt „Du brauchst keine Angst zu haben“ könntest du sagen: „Das hat dir gerade richtig Angst gemacht, oder? Ich bin hier. Du bist jetzt wach und alles ist in Ordnung, Du bist sicher. Ich bin da." Du musst nicht so tun, als gäbe es tatsächlich Monster oder andere Gefahren. Aber du kannst anerkennen, dass sich der Traum für dein Kind schlimm angefühlt hat und gerade diese Worte, diese Sicherheit, dass jemand da ist, ist es was das Vertrauen aufbaut dass man schlafen kann.

2. Hilf deinem Kind, wieder im Hier und Jetzt anzukommen

Manchmal reicht es, sich neben das Bett zu setzen, ruhig zu sprechen oder die Hand des Kindes zu halten. Du kannst dein Kind auch auf Dinge aufmerksam machen, die es kennt: sein Kuscheltier, die Lampe auf dem Nachttisch oder das vertraute Zimmer. Es geht darum, ihm zu helfen, sich wieder in seiner tatsächlichen Umgebung zu orientieren. Dann hilf ihm wieder einzuschlafen, indem du es an etwas Schönes denken lässt. Ich habe bei meinem Sohn gern sprechende Tiere genutzt. "Stell dir vor du bist im Zoo und alle Tiere können sprechen", oder "stell dir vor du bist auf einer Wolke, alles ich weich, du hüpfst und da kommt eine niedliche Katze (sein Lieblingstier) und kann sogar sprechen. Sie sagt... " hier ein wenig Traum vorgeben und dann abschliessen mit, "jetzt kannst du mit den Tieren sprechen und spielen und Spass haben". Das bringt das Kind in eine schöne Situation in der es beruhigt einschlafen kann.

3. Sprecht tagsüber über den Traum

Wenn dein Kind über seinen Albtraum sprechen möchte, ist der nächste Tag häufig ein guter Zeitpunkt dafür. Vielleicht möchte es erzählen, was passiert ist, oder den Traum malen. Du musst ihn nicht interpretieren oder herausfinden, was er bedeutet, es gibt wahrscheinlich sowieso keine zuverlässigen Deutungen davon. Viel wichtiger ist, deinem Kind zuzuhören und herauszufinden, was ihm Angst gemacht hat.

4. Verändert gemeinsam die Geschichte

Eine Möglichkeit, mit wiederkehrenden Albträumen umzugehen, ist, die Traumgeschichte tagsüber bewusst zu verändern. Vielleicht hat dein Kind von einem Monster geträumt, das es verfolgt. Dann könntest du fragen: „Was müsste passieren, damit du vor diesem Monster keine Angst mehr hast?“ Vielleicht bekommt das Monster plötzlich winzige Füße und kann gar nicht mehr schnell laufen. Vielleicht verwandelt es sich in ein freundliches Tier. Oder dein Kind bekommt im Traum einen Zauberstab, mit dem es die Situation verändern kann. Wichtig ist, dass dein Kind selbst entscheiden darf, wie die neue Geschichte aussieht.

Ähnliche Techniken werden auch in der Behandlung wiederkehrender Albträume eingesetzt. Eine davon ist die sogenannte Imagery-Rehearsal-Therapie, bei der Albträume bewusst umgestaltet und neue Traumverläufe eingeübt werden. Bei Kindern sollte das altersgerecht geschehen. Wenn dein Kind nicht darüber sprechen möchte oder der Traum sehr starke Angst auslöst, solltest du es nicht dazu drängen.

Was ist, wenn diese Tipps nicht ausreichen?

Vielleicht hast du schon vieles ausprobiert. Du tröstest dein Kind, ihr sprecht über die Träume, du lässt ein kleines Licht brennen und achtest auf eine ruhige Abendgestaltung. Trotzdem kommt die Angst immer wieder. Dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Denn möglicherweise geht es inzwischen nicht mehr nur um einzelne Albträume, sondern um eine wiederkehrende Angstreaktion, die sich mit dem Schlafengehen verbunden hat. Es kann auch sein, dass andere Sorgen eine Rolle spielen. Vielleicht gibt es gerade Schwierigkeiten in der Schule, Streit mit Freunden oder Veränderungen innerhalb der Familie. Manchmal ist der Zusammenhang offensichtlich. Manchmal lässt sich aber auch kein konkreter Auslöser erkennen. Wenn die Angst sehr stark ist, länger anhält oder den Schlaf und Alltag deutlich beeinträchtigt, sollte sie zunächst kinderärztlich beziehungsweise psychotherapeutisch abgeklärt werden.

Wie ich bei ECHOFREI mit Kindern an Ängsten arbeite

In meiner Arbeit interessiert mich nicht nur, wovor ein Kind Angst hat, sondern auch, was in der jeweiligen Situation passiert. Hat es Angst vor dem Einschlafen? Vor dem Alleinsein? Davor, wieder schlecht zu träumen? Oder gibt es vielleicht ganz andere Situationen, in denen ähnliche Gefühle entstehen? Kinder können solche Zusammenhänge oft noch nicht so erklären wie Erwachsene. Deshalb arbeite ich altersgerecht mit inneren Bildern, Geschichten, Fantasie und Elementen der Hypnose. Dabei geht es nicht darum, dem Kind einzureden, dass es keine Angst haben darf. Angst ist ein wichtiges Gefühl und gehört zum Leben. Vielmehr möchte ich Kinder dabei unterstützen, neue Möglichkeiten im Umgang mit ihrer Angst zu entwickeln und sich in Situationen, die bisher Unsicherheit ausgelöst haben, wieder sicherer zu fühlen.

Ein Beispiel: Ein Kind hat immer wieder Angst, wenn es allein in seinem Zimmer einschlafen soll. In einer altersgerechten Übung kann es sich einen sicheren Ort vorstellen, eigene Stärken entdecken oder eine bisher beängstigende Situation in seiner Fantasie anders erleben. Solche inneren Vorstellungen können helfen, Entspannung und Zuversicht zu fördern. Ob und wie stark sich dadurch die tatsächliche Angst verändert, ist individuell unterschiedlich. Wichtig ist mir, dass das Kind freiwillig mitmacht, sich wohlfühlt und die Übungen zu seinem Alter passen.

Die ECHOFREI-Methode verbindet unterschiedliche Ansätze, darunter Hypnose und Gesprächscoaching. Sie ist allerdings kein wissenschaftlich eigenständig überprüftes Behandlungsverfahren für kindliche Angststörungen. Bei entsprechenden Erkrankungen ist eine qualifizierte psychotherapeutische Behandlung erforderlich.

Albtraum oder Nachtschreck – was ist der Unterschied?

Nicht jedes Kind, das nachts plötzlich schreit oder weint, hat einen Albtraum. Es gibt auch den sogenannten Nachtschreck, medizinisch Pavor nocturnus genannt. Dabei kann ein Kind plötzlich laut schreien, sich aufsetzen, heftig bewegen oder sehr verängstigt wirken. Obwohl die Augen geöffnet sein können, ist es häufig gar nicht richtig wach. Es erkennt seine Eltern möglicherweise nicht und lässt sich auch nicht wie gewohnt beruhigen. Am nächsten Morgen erinnert es sich normalerweise nicht an das Geschehen. Ein Nachtschreck tritt typischerweise eher in der ersten Nachthälfte auf. Albträume dagegen entstehen häufig später in der Nacht und können nach dem Aufwachen erinnert werden. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil Eltern unterschiedlich reagieren sollten.

Nach einem Albtraum braucht ein waches, verängstigtes Kind Trost und Orientierung. Bei einem Nachtschreck solltest du vor allem ruhig bleiben, auf die Sicherheit deines Kindes achten und nicht versuchen, es gewaltsam aufzuwecken oder festzuhalten. Wenn du unsicher bist, was dein Kind nachts erlebt, oder solche Situationen häufig vorkommen, sprich mit deinem Kinderarzt.

Wann solltest du dir Unterstützung holen?

Gelegentliche Albträume gehören bei vielen Kindern zur normalen Entwicklung. Nicht jedes Kind braucht deshalb besondere Unterstützung. Wenn dein Kind jedoch regelmäßig schlecht träumt, große Angst vor dem Einschlafen entwickelt oder tagsüber zunehmend müde, ängstlich oder unkonzentriert wirkt, solltest du genauer hinschauen. Auch wenn die Albträume nach einem besonders erschreckenden Erlebnis begonnen haben oder sich über längere Zeit wiederholen, ist es sinnvoll, fachlichen Rat einzuholen.

Fazit: Es geht nicht nur darum, dass dein Kind wieder einschläft

Wenn dein Kind nachts weinend aufwacht, ist es natürlich wichtig, dass du ihm hilfst, wieder zur Ruhe zu kommen.Aber wenn sich die Angst immer wiederholt, lohnt es sich, auch auf das zu schauen, was davor und danach passiert. Hat dein Kind inzwischen Angst vor dem Einschlafen? Versucht es, bestimmte Situationen zu vermeiden? Oder beschäftigt es sich schon tagsüber damit, was nachts passieren könnte? Dann geht es möglicherweise nicht mehr nur um einen schlechten Traum. Sondern um eine Angstreaktion, die sich mit bestimmten Situationen verbunden hat. Und solche Reaktionen können sich verändern.

Nicht unbedingt dadurch, dass wir einem Kind immer wieder erklären, warum es keine Angst haben muss. Sondern indem wir ihm helfen, andere Erfahrungen zu machen und neue Möglichkeiten im Umgang mit seiner Angst zu entwickeln. Genau darum geht es mir auch bei ECHOFREI: Nicht nur das Verhalten zu betrachten, sondern zu verstehen, was dahintersteckt und welche Veränderung möglich ist.

Häufige Fragen zu Albträumen bei Kindern

Sind Albträume bei Kindern normal?

Ja. Albträume kommen bei vielen Kindern vor, besonders im Kindergarten- und Grundschulalter. Einzelne Albträume sind normalerweise kein Grund zur Sorge. Wenn sie häufig auftreten oder den Alltag beeinträchtigen, sollte die Ursache abgeklärt werden.

Warum hat mein Kind Angst vor dem Schlafengehen?

Wenn ein Kind wiederholt schlechte Träume erlebt hat, kann es beginnen, das Einschlafen mit Angst zu verbinden. Auch andere Sorgen oder Veränderungen im Alltag können eine Rolle spielen. Wichtig ist, herauszufinden, was die Angst auslöst und aufrechterhält.

Kann ein Albtraum ein Kind traumatisieren?

Ein Albtraum allein ist kein Beweis für eine Traumatisierung. Ob Erfahrungen langfristige Auswirkungen haben, hängt von vielen Faktoren ab. Aus einzelnen nächtlichen Situationen lässt sich keine spätere psychische Erkrankung ableiten.

Was ist der Unterschied zwischen Albtraum und Nachtschreck?

Nach einem Albtraum ist das Kind normalerweise wach, hat Angst und kann sich häufig an den Traum erinnern. Bei einem Nachtschreck wirkt das Kind zwar verängstigt, schläft aber meist noch und erinnert sich später nicht daran.

Was hilft bei wiederkehrenden Albträumen?

Regelmäßige Schlafenszeiten, eine ruhige Abendgestaltung und Gespräche über mögliche Sorgen können helfen. Manche Kinder profitieren davon, ihren Traum tagsüber zu malen und sich einen neuen Ausgang auszudenken. Bei häufigen Albträumen oder deutlichen Einschränkungen sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Kann Hypnose Kindern bei Ängsten helfen?

Hypnose kann als ergänzende Methode genutzt werden, um mit Entspannung, inneren Bildern und emotionalen Reaktionen zu arbeiten. Ob sie für ein Kind sinnvoll ist, hängt vom Alter, dem Anliegen und der individuellen Situation ab. Bei ausgeprägten oder anhaltenden Ängsten ist eine fachliche Abklärung wichtig.

Wenn dein Kind immer wieder mit Ängsten oder Unsicherheit zu kämpfen hat und du wissen möchtest, ob und wie ich euch unterstützen kann, kannst du mir gern unverbindlich schreiben oder ein kostenloses Kennenlerngespräch vereinbaren.

Über die Autorin: Jana Wappler ist Gründerin von ECHOFREI und arbeitet als Hypnose- und Gesprächscoach mit Kindern und Erwachsenen an Ängsten, Selbstzweifeln und automatischen emotionalen Reaktionen.

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